Kooperationen erwünscht

Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf erstellt Brandschutzbedarfsplan

Die Feuerwehren Gollern, Röbbel und Hesebeck teilen sich nur noch ein Feuerwehrhaus. Dank solcher Kooperationen bleibt der Brandschutz in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf gewährleistet. Die drei Ortsteile der Stadt Bad Bevensen sind der Anfang – das Pilotprojekt. Um den Brandschutz samtgemeindeweit zu gewährleisten, wurde vom alten Samtgemeinderat ein so genannter Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben. „Dieser Plan ist kein Mittel, um Geld einzusparen“, betont Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer.

So wurde die Firma Fennen von der Samtgemeinde beauftragt, Daten, Zahlen und Fakten in enger Zusammenarbeit mit den insgesamt 40 Feuerwehren zu sammeln. Am Montag gab Manfred Fennen den Ortsbrandmeistern sowie den Vertretern aus Politik und Verwaltung einen ersten Zwischenstand.

„Der Feuerwehrbedarfsplan ist die einzige Möglichkeit, um die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren zu definieren“, erklärt Fennen und erstellt als ersten Schritt eine Gefährdungsanalyse auf Grundlage des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes. Aufgrund dieser Analyse ergibt sich eine Feuerwehr-Soll-Struktur. Diese wird dann mit der tatsächlichen Ist-Struktur abgeglichen. Das Ergebnis für die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf: Circa 15 Feuerwehrhäuser weisen erhebliche Defizite auf – an weiteren mindestens 15 Standorten müssen Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Zwölf Feuerwehren haben am Tage nach vier Minuten keine drei Feuermitglieder verfügbar und sind damit bezüglich der Tagesverfügbarkeit nicht einsetzbar. 18 Feuerwehren habe keine Atemgeräteträger und sind daher für das erste Schutzziel nicht ansetzbar. 16 Feuerwehren haben am Tage nach acht Minuten keine Staffelbesatzung verfügbar.

„Damit will ich nicht das Engagement der einzelnen Mitglieder beanstanden“, unterstreicht Fennen und zeigt eine Möglichkeit für die Zukunft auf: Kooperationen. Dadurch werden die Standorte reduziert, aber die Feuerwehren in den Orten bleiben erhalten. Und: Die Bereitschaft muss in den Feuerwehren erarbeitet werden. „Wenn Sie den Weg nicht mitgehen, werden Sie in den nächsten Jahren Feuerwehren verlieren“, analysiert der Brandschutzexperte hinsichtlich der demographischen Situation in den Ortschaften. „Die Situation ist in den Feuerwehren bekannt“, sagt Gemeindebrandmeister Wilhelm Ripke, die Zeiten haben sich gewandelt: „Früher waren in jedem Dorf Einsatzkräfte vor Ort, heute arbeiten die meisten auswärts.“

Die Bereitschaft der Feuerwehren zu einer Kooperation soll belohnt werden. Moderne Ausrüstung und Fahrzeuge würden die Feuerwehren dann auch attraktiver für den Nachwuchs machen.

Rechtskräftig wird der Feuerwehrbedarfsplan übrigens erst mit der Verabschiedung durch den Samtgemeinderat. Die Umsetzung ist laut Fennen ein Projekt, das über 15 bis 20 Jahre läuft.

Pressemitteilung: Jörn Noltig / Pressesprecher der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf
Fotos: Symbolfoto / Feuerwehr Ebstorf

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